Schulprogramm

Das Schulprogramm ist eine Selbstdarstellung der Schule. Dazu gehören z.B. unsere Leitbilder, die pädagogischen Grundorientierungen und unser Verständnis von Erziehungsauftrag .

1. Unsere Schule gestern und heute

Mitten im Herzen unserer Stadt, zwischen der Stadtverwaltung, der Abdinghof­kirche, dem Paul-Gerhard-Haus, dem Dom, der Mauer des Fürstenhofes, der neu errichteten Sparkasse und nicht weit vom Rathaus liegt die Lutherschule.

Zusammen mit den ausgelagerten Klassen des „Westhauses" an der Erzbergerstraße ist die Lutherschule die einzige evangelische Bekenntnisgrundschule der Stadt Paderborn.

Das Schulgebäude „Am Abdinghof" feierte im Mai 2005 sein 5Ojähriges Jubiläum. Evangelischen Schulunterricht gibt es allerdings schon seit 1803 in Paderborn.

Dabei fing alles mit dem Einzug des preußischen Infanterie-Regiments an, weshalb der Unterricht damals gar nicht so weit vom heutigen Standort entfernt stattfand, nämlich in den Mauern des ehemaligen Abdinghofklosters.

Stetiges Wachstum der evangelischen Gemeinde (viele Militär- und Justizangehörige und sonstige preußische Beamte) bedeutete zugleich auch ein Wachstum der evangelischen Schule, die im Verlauf des 19. Jahrhunderts in diversen Gebäuden untergebracht war. Doch erst 1889 konnte die neue vierklassige Schule in der Giersstraße eingeweiht werden. Bei ca. 60 Kindern pro Klasse besuchten in den Jahren um die Jahrhundertwende etwa 240 Kinder die evangelische Schule, die sich in dieser Zeit den Namen Lutherschule gab.

Die evangelische Volksschule war die nächsten 50 Jahre (1889-1939) in der eigenen Schule in der Giersstraße beheimatet, so lange bis in den 12 Jahren des „Tausendjährigen Reiches“ alle Bekenntnisschulen abgeschafft wurden.

1946 wurden in Westfalen die Konfessionsschulen wieder „restauriert“. Durch die Kriegszerstörung des ehemaligen Schulgebäudes an der Giersstraße begann der Unterricht der „Lutherschule“ in anderen Schulgebäuden, und zwar lange im sog. „Schichtbetrieb“, also morgens und nachmittags, um die wenigen Klassenräume voll zu nutzen.

1946 in Räumen der Busdorfschule,

1949 in Klassen der Karlschule und ab

1951 in der Kasselertor-Schule.

In der Kasselertor-Schule wurden schließlich 620 Lutherschüler in 6 Räumen unter- richtet. Die Schule wuchs weiter, denn sie war für alle evangelischen Kinder der Stadt zuständig.

Die Pläne eines Schulneubaus reiften und konnten 1955 mit der feierlichen Schlüsselübergabe an den Rektor Karl Hunger abgeschlossen werden. Über 850 Schüler wurden in den 60er Jahren hier beschult (größte Schule überhaupt!), weshalb die Stadt und die ev. Kirche wegen des weiteren Anwachsens der evangelischen Gemeinde nach neuen Lösungen suchen musste.

1956 wurden 4 Klassen in der neu erbauten Elisabethschule im Süden der Stadt untergebracht, aus der 1963 die selbstständige Melanchtonschule hervorging, die aber nach 1968 wieder „einging“.

Auch im Westen der Stadt, neben der Georgschule, wurden ab 1964 evangelische Klassen eingerichtet, aus der sich die Matthias-Claudius-Schule entwickelte. Hier gab es 1968 ebenfalls eine organisatorische Umstellung:

Die Selbstständigkeit erlosch, doch die Klassen blieben weiter als Klassen der Lutherschule ausgelagert an diesem Standort, der auch heute noch besteht und als „Luther-West“ einen vorzüglichen Ruf in der Elternschaft genießt.

Zurück zum Abdinghof.

Der allseits bewunderte Schulneubau hatte noch ein Manko: Es gab weder eine Turnhalle noch einen Sportplatz in unmittelbarer Nähe. Um die Schulhoffläche nicht zu mindern, kam Rektor Hunger auf die Idee, eine „Halle auf Stelzen“ im östl. Gebäudeanschluss zu bauen. Die Realisierung ließ lange auf sich warten, doch am 20.2.1963 konnte endlich die Halle eingeweiht werden.

Mittlerweile hieß der Rektor Gerhard Laabs, der 1960 die Leitung von Rektor Hunger übernahm.

Das Jahr 1968 veränderte die Bildungslandschaft, da die Volksschulen aufgelöst und die Grundschulen und Hauptschulen gegründet wurden.

Obwohl die Lutherschule 1966 - 1968 sogar Versuchsschule für die neuen Richtlinien und Lehrpläne der Hauptschule (für die Klassen 5 bis 9) war, wurde in dieser Zeit die Entscheidung getroffen, auf das Angebot einer ev. Hauptschule zu verzichten und die Lutherschule als ev. Grundschule weiterzuführen. Der damalige Rektor Herbert Lubeck (ab 1966) entschied sich aber für die Leitung einer Hauptschule und übernahm das Zepter der Georgschule.

Vorübergehend war es die Konrektorin Frau Hanna Bergmann, die kommissarisch die Leitung übernahm. 1971 bis 1978 war dann Herr Werner Zimmermann Rektor, 1978 - 1988 Frau Erika Tewes, von 1988 - 2000 Herr Horst Hartwig und seit 2000 Herr Friedhelm Steffen.

Während in den 70er und Anfang der 80er Jahre zwischen 150 und 200 Schüler die Schule besuchten, entwickelte sich die Schülerzahl in den 90er Jahren wieder über 250 hinaus, wodurch jeweils 2 Parallelklassen am Abdinghof und eine 3. Klasse im „Westen“ gebildet werden konnten.

Momentan besuchen über 270 Schülerinnen und Schüler in 12 Klassen die Grund­schule (8 Klassen im Haupthaus und 4 Klassen im Westhaus).

Während im Haupthaus viele Kinder (zur Zeit über 150) nach den Schulstunden in der Offenen Ganztagsschule (OGS) betreut werden, gehen recht viele Kinder im Westhaus in der Regel nach dem Unterricht nach Hause.

Durch Pensionierung und sonstigen Wechsel gab es zuletzt viel „Bewegung“ im Lehrerkollegium: Mit Herrn Schweer (1999), Rektor Hartwig (2000), Herrn Ellenbürger und Frau Weigel (2004), Frau Schoop (2005), Frau Fellendorf (2008), Frau Geilhorn (2013) verließ gleich eine ganze Gruppe bewährter Lehrer die Schule.

Seit 2000 leitet Rektor Friedhelm Steffen die Schule. Die weiteren Lehrkräfte sind:

Frau Bilger 

Frau Bremer

Frau Heinze

Frau Gottwald

Herr Klein 

Frau Koch 

Frau Bremer z.Zt. in Mutterschutz

Frau Kautschor

Frau Hentschel

Frau Göke

Frau Pinkernell

Frau Röthig

Frau Rüscher

Frau Gleich

Frau Stöber

Frau Striewe-Breitkreutz

Frau Perik als Lehramtsanwärterin    
       
Das Schulbüro wird von Frau Rasch geführt. Als Hausmeister fungieren Herr Rydzewski im Haupthaus am Abdinghof und Herr Witte im Westhaus in der Erzbergerstraße.
       

2. Die Lutherschule in der Paderborner Grundschullandschaft

Die Lutherschule ist die einzige noch verbliebene evangelische Bekenntnisschule in Paderborn. Sie befindet sich in städtischer Trägerschaft und hat zwei Standorte:

Das Hauptgebäude befindet sich „Am Abdinghof“ - mitten im historischen Kern der Stadt und ist somit aus allen Wohngebieten gut zu erreichen.

Das Nebengebäude befindet sich in der „Erzbergerstraße“ - im Westen der Stadt.

Obwohl einige katholische Grundschulen im näheren Umfeld der Lutherschule in den letzten Jahren in Gemeinschaftsschulen umgewandelt wurden, bleibt die Grundschullandschaft Paderborns auch weiterhin konfessionell geprägt. Somit kommt dem evangelischen Akzent nach wie vor eine besondere Bedeutung zu. Konfessionelle Ausrichtung und gesellschaftlicher Pluralismus stehen dabei nicht automatisch im Gegensatz zueinander, sondern ergänzen sich gegenseitig. In diesem Sinne steht in der protestantischen Tradition die vor Gott zu verantwortende Freiheit im Zentrum des evangelischen Selbstverständnisses.

Für das Profil unserer Schule ergibt sich daraus die allgemeine Zielorientierung an ein ebenso gemeinschaftsbildendes wie auch persönlichkeitsförderndes Freiheitsverständnis, wie es auch in der Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland „Identität und Verständigung“ (1994) zum Ausdruck kommt.

Eine Reihe äußerer Faktoren begünstigt die Verwirklichung des angedeuteten konfessionellen Anliegens der Schule:

  • In direkter Nähe liegt die historisch bedeutsame evangelische Abdinghofkirche mit ihrem Gemeindehaus.

  • An den Schulhof grenzt der evangelische Kindergarten mit Tagesstätte.

  • Diese Vorzüge gelten für das Haupthaus in der Innenstadt am Abdinghof. Aber auch am zweiten Standort ist die Möglichkeit der Einbindung in die dortige evangelische Johannesgemeinde gegeben und wird von der Schule genutzt.

An beiden Standorten werden im Wechsel der Jahrgangsstufen wöchentliche Schulgottesdienste in den entsprechenden kirchlichen Räumlichkeiten durchgeführt.

Darüber hinaus finden zweimal jährlich am Abdinghof  Familiengottesdienste statt, die von den Schülern und Schülerinnen der Lutherschule gestaltet werden.

Durch diese Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde wird das evangelische Profil der Schule auch nach außen hin umgesetzt und erhält noch eine zusätzliche Bedeutung dadurch, dass ein großer Teil der Schülerschaft nicht im unmittelbaren Umfeld der Schule wohnt, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet kommt, da sich die Eltern für das besondere Angebot der evangelischen Schule in Verbindung mit der OGS entschieden haben.

Es werden alle aufgenommen, deren Eltern es wünschen ...Sie müssen nicht der evangelischen Konfession angehören.“ (Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland, 1994).

Die Eltern verpflichten sich jedoch bei der Wahl dieser Schule, dass ihre Kinder am gemeinschaftlichen evangelischen Religionsunterricht teilnehmen, der nach dem Konzept der Schule auch die ökumenischen und interreligiösen Fragen einbezieht.

Mittelfristig besteht der Wunsch, die bestehenden Verbindungen mit den beiden Kirchengemeinden noch zu intensivieren und Akzente zu setzen, insbesondere im Blick auf die Planung und Durchführung von Projekten, Ausstellungen, Gastbesuchen aus Entwicklungsländern, Kinderkirchentagen und Kinderbibelwochen. Durch diese Aktivitäten – sowohl schulintern als auch im Austausch mit der Kirchengemeinde – wollen wir einen nachhaltigen Beitrag zur Verwirklichung evangelisch-christlich verantworteter Freiheit leisten.

3. Unsere Leitlinien und Wertvorstellungen

Die Lutherschule will ein Angebot sein für all jene Familien, die ihr Kind die ersten vier Schuljahre der Grundschulzeit begleitet wissen wollen von einer Erziehung zum christlichen Miteinander unter dem Vorzeichen des Evangeliums. Unsere Leitgedanken, die wir Kindern vorleben und vermitteln wollen sind:

 
  • die hohe gegenseitige Wertschätzung aller Beteiligten untereinander,

  • die Erziehung zur Selbstständigkeit,

  • die Orientierung allen Handelns an tragfähigen Werten,

  • das konsequente Einhalten von Vereinbarungen,

  • die kritische Distanz zu einigen Formen des Zeitgeistes, der Beliebigkeit; der Überbetonung des Materiellen, der Demontage von Werten und Autoritäten,

  • die Achtung vor der Natur, dem Leben und dem von Menschen Geschaffenen.

       
Gleichzeitig wird an der Lutherschule ein solides Fundament für die weitere Schul-laufbahn aufgebaut. Bausteine dieses Fundaments sind:
 
  • Die Orientierung an der Lebenswirklichkeit und an den Interessen der Kinder als Lernausgangspunkt,

  • die Freude am gemeinsamen Lernen,

  • das Nutzen aller inner- und außerschulischen Ressourcen,

  • das Anwenden vieler Lehr- und Lernwege,

  • das Erreichen von klar definierten Lernzielen,

  • das Hinführen zu einer lebenslangen Lern- und Leistungsbereitschaft,

  • die Erkenntnis schließlich, dass nur ein ganzheitlicher Lernprozess, die Verknüpfung von kognitivem, praktischem, musisch-kreativem, gestalterischem, sportlichem und sozialem Lernen erfolgreich sein wird.

       

Bei der täglichen Arbeit mit jedem Kind will die Lutherschule nicht das bahnbrechende Vorbild ihres Namensgebers aus den Augen verlieren.

Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.“

      (Martin Luther)
       

4. Eine evangelische Grundschule –

Religionsunterricht und Gottesdienste

Der Religionsunterricht findet an der Lutherschule im Klassenverband statt. Auch die Schulgottesdienste werden von allen Kindern der Lutherschule besucht. Bei der Anmeldung erklären sich Eltern nicht-evangelischer Kinder hiermit einverstanden.

Aufgaben des Faches Evangelische Religionslehre

Das Fach Evangelische Religionslehre erschließt das Erziehungsziel „Ehrfurcht vor Gott und Achtung vor der Würde des Menschen ...“ nach evangelischem Verständnis. Seine Aufgaben sind:

 
  • die christliche Wahrnehmung des Menschen zu entdecken, zu entfalten und zu gestalten

  • elementar in die biblische Tradition des Alten und Neuen Testaments einzuführen

  • die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler und die biblisch­-christliche Tradition in Beziehung zu bringen und wechselseitig zu erschließen und zu vernetzen

  • den Schülerinnen und Schülern Orientierung auf der Suche nach einer eigenen Lebensausrichtung zu geben

  • Perspektiven für Verständnisbereitschaft zwischen Menschen verschiedener Konfessionen und Religionen zu eröffnen

  • auf der Grundlage evangelisch-christlicher Wertmaßstäbe Impulse für verantwortungsbewusstes ethisches Handeln zu geben

  • evangelische Tradition in Beispielen und Ausdrucksformen gelebten christlichen Glaubens zu vermitteln.

(Schriftenreihe Schule in NRW Nr.2012, Richtlinien und Lehrpläne zur Erprobung für die Grundschule, 2003)

Der Religionsunterricht an der Lutherschule orientiert sich an den oben genannten Aufgaben des Lehrplans und entwickelt die Fähigkeiten, Kenntnisse, Einstellungen und das Verantwortungsbewusstsein der Kinder hinsichtlich christlicher Grundsätze. Wertorientierungen und die Schaffung eines Orientierungsrahmens für persönliches Handeln sind zwei wichtige Ziele des Unterrichts. So werden den Kindern auf der Grundlage der biblischen Überlieferung und des christlichen Glaubens unter Einbettung ihrer eigenen Erfahrungsräume neue Sichtweisen auf ihre Lebens-wirklichkeit eröffnet und aus evangelisch-christlicher Tradition heraus ein Identifikationsangebot gemacht. Den Kindern werden Möglichkeiten aufgezeigt, sich aus dem christlichen Glauben heraus die Welt neu zu erschließen.

Schulgottesdienste

Während des gesamten Schuljahres gehen die Lutherschüler aus den Parallel-klassen eines Jahrgangs im vierwöchigen Rhythmus zum Schulgottesdienst in die Abdinghofkirche. Dieser findet jeden Dienstag in der ersten Stunde statt.

Zweimal jährlich findet ein Familiengottesdienst statt.

Den Schulgottesdienst in der Lutherschule West feiern alle Kinder der Klassen 1-4 jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat im Johannes-Gemeindezentrum.

Die Schulzeit in der Lutherschule beginnt am Dienstag nach den Sommerferien mit dem Einschulungsgottesdienst für alle Schulanfänger. Dieser Gottesdienst wird von allen Schülerinnen und Schülern der Schule gestaltet, insbesondere von den vierten Klassen.

Der Abschlussgottesdienst für das vierte Schuljahr findet am letzten Sonntag im Schuljahr in der Abdinghofkirche statt. Diesen Gottesdienst plant und gestaltet hauptsächlich das dritte Schuljahr des Haupthauses und des Westens.

       
       

 

Banner Startseite

Please publish modules in offcanvas position.

Free Joomla! template by Age Themes